Nach Beschimpfungen gegenüber Gästen und Beschäftigten des jüdischen Kulturschiffs MS Goldberg auf dem Berliner Wannsee ermittelt die Polizei wegen Volksverhetzung. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz hat den Fall überkommen, wie ein Polizeisprecher sagte. Zuvor hatten die «Jüdische Allgemeine» und der «Tagesspiegel» berichtet.
Der Polizei liegt nach Angaben des Sprechers eine Anzeige des Kulturschiffs vor. Demnach soll es am 25. Juli, dem letzten Tag der diesjährigen Gastspiele auf Gewässern der Hauptstadt, zu dem Vorfall gekommen sein: Dabei soll ein Mann, der ein Motorboot steuerte, Passagiere des Schiffs antisemitisch beschimpft haben.
Es existiert ein Videoausschnitt, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darauf ist unter anderem zu hören, wie der Mann ruft: «Ich hoffe, dass ihr dieses Jahr das letzte Mal da wart.» Und: «Fahrt zum Gazastreifen. Guckt euch eure Morderei da an.» Zuvor soll sich der Mann antisemitisch geäußert haben, schreibt der «Tagesspiegel» unter Berufung auf Augenzeugen.