Mehrere Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete kritisieren die Pläne der schwarz-roten Koalition, die Enteignung großer Immobilienkonzerne auf Landesebene zu verbieten. «Ein Verbot auf Bundesebene würde den politischen Handlungsspielraum in Berlin einschränken und wäre angesichts der laufenden Debatten ein Wahlgeschenk an die Linke», sagte der Abgeordnete Hakan Demir dem «Tagesspiegel». Er erinnerte daran, dass sich die Bürger in Berlin in einem Volksentscheid mit deutlicher Mehrheit für die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne ausgesprochen hatten.
Die Abgeordnete Annika Klose verwies dem Bericht zufolge darauf, dass die Möglichkeit zur Enteignung auch im Grundgesetz verankert ist. «Somit ist es legitim, dieses zu nutzen, und es sollte den Ländern auch weiterhin zur Verfügung stehen», sagte die sozialpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion. Aus ihrer Sicht sollte das vor Ort und fallabhängig entschieden werden.
Union und SPD hatten sich darauf verständigt, den seit Jahren vor allem von der Linkspartei propagierten Überlegungen zur Enteignung von Konzernen mit großen Mietwohnungsbeständen endgültig einen Riegel vorschieben. «Um den privaten Wohnungsbau nicht zu gefährden, wird durch Bundesgesetz geregelt, dass die Verstaatlichung privater Mietwohnungsbestände durch Vergesellschaftungsgesetze auf Landesebene nicht mehr möglich ist», heißt es in den Beschlüssen des Koalitionsausschusses.