Zum Schutz kritischer Infrastruktur vor wachsender Bedrohung und zur Überwachung von Ost- und Nordsee will das Luftfahrtunternehmen Aerodata aus Braunschweig eine neue Aufklärungsdrohne liefern. Laut Unternehmen gibt es dazu Gespräche mit der Bundeswehr. Mit der unbemannten Drohne lasse sich etwa erkennen, ob ein verdächtiges Schiff sein Ortungssignal manipuliert habe oder Unterseekabel in der Nord- und Ostsee im Visier von Angreifern seien, sagte der Aerodata-Vorstandsvorsitzende Neset Tükenmez.
Erster Flug im Oktober geplant
Mit dem unbemannten Luftfahrzeug mit dem Namen AeroForce X könnte die Bundeswehr etwa Nord- und Ostsee permanent überwachen und vor hybriden Bedrohungen schützen, teilte die Aerodata AG mit Sitz in Braunschweig mit. Der erste Flug der Aufklärungsdrohne, die in Strausberg gefertigt wurde, sei im Oktober geplant - zur Erprobung dann noch bemannt mit einem Piloten.
Eine Serienfertigung werde 2029 angepeilt, sagte Thomas Krüger, der bei Aerodata für Forschungs- und Entwicklungsthemen zuständig ist. Angesichts der aktuellen Bedrohung sei die Geschwindigkeit das A und O, sagte Vorstandschef Tükenmez. Küstenwachen und die Luftwaffe können solche Drohnen laut dem Unternehmen einsetzen.
Woidke: In der Abwehr von Bedrohungen besser werden
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte bei der Vorstellung des Prototyps in Strausberg, Deutschland müsse bei der Abwehr von Gefahren für die kritische Infrastruktur dringend besser werden. Zudem sei es eine Frage der Souveränität, hier auf Technologien aus Deutschland zu setzen und nicht von anderen Staaten abhängig zu sein. Die Ingenieursleistung sei ein Zeichen für echte Innovationskraft, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD). «Wir sind Luftfahrtland in Deutschland.»