Matthes nennt Berliner Sondierungen wegen Antisemitismus-Debatte ein 'Trauerspiel'
Die Gespräche über eine rot-grün-rote Regierung in Berlin unter Führung der Linken sind aus Sicht des Schauspielers Ulrich Matthes ein «Trauerspiel». Er finde es traurig, dass sich die künftigen Regierungsparteien in Vorsondierungen darüber verständigen müssten, ob und wie viele Antisemiten sich in einer dieser Parteien befinden, sagte der gebürtige Berliner im Podcast «Apokalypse und Filterkaffee». Jüdische Bekannte überlegten aus Furcht, ob sie die Stadt verlassen. «Ich nehme das ernst und finde das im Grunde vollkommen absurd.» Zugleich sagte Matthes («Der Untergang»), dass er die Linke insgesamt für keine Partei des Antisemitismus halte. Doch hätte die Landesvorsitzende Elif Eralp schon vor Monaten «diese Äußerungen, die das Existenzrecht Israels infrage stellen, die teils antisemitisch waren, das hätte sie unterbinden müssen». Mit Blick auf die Kontakte von Linken-Politikern zu Clanstrukturen in Neukölln und Forderungen nach einer Abschaffung des Landesverfassungssschutzes in seiner bisherigen Form sagte der 67-Jährige, er könne sich nicht vorstellen, wie unter solchen Vorzeichen diese drei Parteien fünf Jahre stabil regieren können. Die am Dienstagabend überraschend unterbrochenen Sondierungsgespräche zwischen SPD, Grünen und Linken sollen an diesem Donnerstag weitergehen. «Missverständnisse» nach einem Zwist über zwei verschiedene Erklärungen zum Thema Antisemitismus seien ausgeräumt, erklärte Eralp. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten