Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Brandenburg bekommt SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke Unterstützung aus der CDU – von Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer. Er wirbt für einen Wahlsieg des SPD-Politikers: «Wichtig ist, dass hier die erste politische Kraft in diesem Land eine demokratische Partei ist, die über 34 Jahre lang diesem Land Stabilität gegeben hat», sagte Kretschmer bei einem gemeinsamen Termin in Cottbus. «Wir müssen zusammenhalten.» In einer Zeit, in der viele Menschen verunsichert und in Sorge seien, «braucht es Inseln der Verlässlichkeit».
Unterschiedlicher Abstand zwischen SPD und AfD
Rund eine Woche vor der Wahl liegt die AfD in zwei neuen Umfragen vor der SPD – in einem Fall allerdings nur knapp. Die AfD kommt im ZDF-Politbarometer Extra für die Landtagswahl auf 29 Prozent vor der SPD mit 26 Prozent.
Im Brandenburg-Trend für die ARD von Donnerstag war der Vorsprung kleiner. Dort hatten die Sozialdemokraten aufgeholt und lagen mit 26 Prozent nur knapp hinter der AfD mit 27 Prozent. Woidke hat mehrfach deutlich gemacht, dass er nur bei einem SPD-Wahlsieg in der Regierung bleiben will. Derzeit regiert in Brandenburg eine Koalition aus SPD, CDU und Grünen.
Kretschmer: Kein Dissens mit CDU-Landeschef
Sachsens CDU-Chef Kretschmer versuchte deutlich zu machen, dass seine Unterstützung für Woidke kein Votum gegen Brandenburgs CDU-Landes- und Fraktionschef Jan Redmann ist. Der CDU-Spitzenkandidat will Ministerpräsident werden und Woidke beerben. «Dass ich das natürlich auch tue für und mit meinem Freund von der CDU, mit Jan Redmann, das wird, glaube ich, auch niemanden verwundern», sagte Kretschmer. «Da gibt es auch keinen Dissens.»
Brandenburgs CDU-Chef sieht Kretschmers Äußerungen nicht als Werben für einen SPD-Wahlsieg. «Er unterstützt uns sehr und wünscht sich ein starkes Ergebnis der CDU Brandenburg», sagte Redmann. «Dass er sich einen Platz wünscht für eine demokratische Partei der politischen Mitte, finde ich absolut in Ordnung. Auch die CDU Brandenburg hat in den letzten 34 Jahren dazu beigetragen, diesem Land Stabilität zu geben.»
Kretschmer ist nicht der einzige CDU-Politiker, der für Woidke wirbt – auch Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth hat ihm ihre Unterstützung versichert.