Für den Brandenburger SPD-Ministerpräsidenten Dietmar Woidke hat sich nach Ansicht von Wahlforschern die Abgrenzung von seiner Bundespartei klar ausgezahlt. Dort habe ein starker Regierungschef «die Entkopplung vom Bundestrend» geschafft und so einen AfD-Sieg verhindert, heißt es in der Analyse der Forschungsgruppe Wahlen zur Landtagswahl. Auf der +5/-5-Skala habe sich die Brandenburger SPD mit einem Wert von 1,3 «vielsagend deutlich vom schlechten Standing der Bundes-SPD» mit minus 0,4 Prozent absetzen können. Insgesamt habe aber wie schon bei den Wahlen in Sachsen und Thüringen die Bundespolitik für das Wahlergebnis eine große Rolle gespielt.
Großer Frust über die Ampel in Berlin
Im Lager der AfD-, CDU- und BSW-Wähler ist der Frust über die Ampel in Berlin groß. 78 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in der Politik der Koalition aus SPD, Grünen und FDP einen Grund für die Stärke der AfD in Brandenburg sehen. Für diesen Erfolg machen die Menschen aber auch die Union mitverantwortlich: 64 Prozent gaben an, dass die AfD nicht so stark wäre, würde die Union im Bund eine bessere Politik anbieten. Auch der designierte Unionskanzlerkandidat und CDU-Chef Friedrich Merz hat mit einem Wert von minus 0,5 in Brandenburg ein Negativimage.
SPD punktet vor allem bei Älteren
Besonders punkten kann die SPD laut der Analyse bei den Wählerinnen und Wählern über 60. Hier ist die Partei von Woidke mit 43 Prozent rund doppelt so stark wie bei den unter 30-Jährigen mit 21 Prozent. Die AfD erreiche bei den unter 30-Jährigen 30 Prozent der Stimmen, die CDU erziele hier nur 9 Prozent, schreiben die Wahlforscher.