Aus Sicht von Berlins CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers kann die Arbeit der schwarz-roten Regierungskoalition in der Hauptstadt Vorbild für andere sein. «In Berlin haben wir in den vergangenen Jahren vorgemacht, wie man auch in kurzer Regierungszeit viel bewegen kann: indem man Auseinandersetzungen hinter verschlossenen Türen führt und anschließend gemeinsame Erfolge nach außen vertritt», sagte Evers der «Rheinischen Post». «Das hat sich bewährt. Das wünsche ich mir auf allen politischen Ebenen.» «Das ist ein Rat an jeden, der politische Verantwortung trägt. Friedrich Merz wartet sicher nicht auf meine Ratschläge», sagte Evers auf die Frage, ob er das auch dem Kanzler empfehle. «Er ist nach dem Wahltag in Sachsen-Anhalt sehr nachdenklich und auch selbstkritisch aufgetreten. Ich glaube, er reflektiert das Ergebnis und wird seine Schlussfolgerungen daraus ziehen», so der CDU-Spitzenkandidat, der in Berlin Finanz- und gleichzeitig auch Kultursenator ist. «Wenn Menschen zunehmend die Geduld damit verlieren, wie in einer Demokratie Positionen ausgehandelt und Kompromisse geschlossen werden, müssen wir uns fragen, wie mutige Entscheidungen besser und vor allem schneller gelingen können», sagte Evers. «Mir scheint, es fehlt auch bei vielen Themen und Akteuren die notwendige Empathie. Das hat viel mit Augenhöhe und Präsenz vor Ort zu tun.» Auf die Frage, ob NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst eine Alternative zu Merz als Bundeskanzler wäre, antwortete Evers ausweichend: «Hendrik Wüst ist ein herausragender Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, dem ich persönlich schon lange verbunden bin und den ich deutlich länger kenne, als er Ministerpräsident ist», sagte er. «Mein Eindruck ist, dass er sich in dieser Rolle heute sehr wohlfühlt.» In Berlin wird am 20. September ein neues Landesparlament gewählt. Die schwarz-rote Landesregierung ist seit Ende April 2023 im Amt. Den bisherigen Umfragen zufolge kann sie nicht mehr mit einer Mehrheit rechnen. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenEvers wünsch sich mehr Empathie in der Politik