Knapp drei Monate vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl hat Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey kämpferisch den Anspruch der SPD auf das Amt des Regierungschefs untermauert und dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) charakterliche Schwächen bescheinigt. Gefragt nach Wegners Tennismatch während des großen Stromausfalls im Januar sagte Giffey dem «Tagesspiegel»: «Es gibt nicht umsonst den Spruch: In der Krise zeigt sich der Charakter. Da gibt es bei vielen Wählern zu Recht Enttäuschungen.»
Hintergrund: Wegner hatte wenige Stunden nach Beginn des Blackouts Anfang Januar Tennis gespielt – was er aber zunächst verschwiegen hatte. Spott und Empörung waren die Folge; die Opposition forderte seinen Rücktritt.
Giffey sagte weiter, sie selbst halte sich im Vergleich zu Wegner immer noch für die bessere Regierende Bürgermeisterin. Auf die Frage, woran sie das festmache, antwortete sie: «Verantwortungsbewusstsein, Kompetenz, Professionalität.» Offizieller SPD-Spitzenkandidat für die Wahl am 20. September ist allerdings Steffen Krach, nicht Giffey.