Mehr als zwei Jahre nach einem brutalen Angriff auf den jüdischen Studenten Lahav Shapira beschäftigt der Fall weiter die Justiz. Vor dem Landgericht Berlin hat der Berufungsprozess gegen einen 25-Jährigen begonnen. Der Angeklagte wehrt sich gegen eine Haftstrafe von drei Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung, die das Amtsgericht Tiergarten im April 2025 verhängt hatte. Es habe sich um einen «antisemitischen Gewaltexzess» gehandelt, hieß es im Urteil der ersten Instanz.
Der frühere Lehramtsstudent der Freien Universität (FU) und das Opfer waren sich am 2. Februar 2024 – vier Monate nach dem Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 – zufällig in einer Bar in Berlin-Mitte begegnet. Als Shapira das Lokal verließ, folgte ihm der inzwischen 25-Jährige. Laut Urteil des Amtsgerichts schlug er seinen früheren Kommilitonen mit der Faust nieder. Als der Attackierte blutend am Boden lag, sei ein wuchtiger Tritt gegen den Kopf gefolgt. Das Opfer erlitt Knochenbrüche im Gesicht und eine Hirnblutung.