Mit dem Nein mehrerer Ministerpräsidenten zu einem zentralen Punkt geraten die Rentenpläne von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) immer mehr unter Beschuss. Die drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten rebellieren gegen eine Abschaffung der Rente ohne Abschläge nach 45 Versicherungsjahren. Dafür haben sie deutlichen Zuspruch von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erhalten. Sachsens Michael Kretschmer (CDU) droht offen mit Nein im Bundesrat. Was steckt hinter dem Aufbegehren, wie könnte es weitergehen?
Erfolgsaussichten der Renten-Rebellion
Ein Erfolg ihrer Rebellion aber ist höchst ungewiss. Merz und Bas hatten bei der Entgegennahme der 33 Vorschläge der Rentenkommission im Juni deutlich gemacht: «Alle Elemente dieses Reformpakets müssen jetzt zügig umgesetzt werden. (...) Sie bilden ein Gesamtkonzept, das nur in seiner Gesamtheit funktioniert.» So sagte es der Kanzler. Bas sprach von einem «Gesamtkunstwerk».
Und alle fünf ostdeutschen Länder zusammen kommen nur auf 19 Stimmen im Bundesrat. Dort gibt es insgesamt 69 Stimmen, die Mehrheit beträgt 35 Stimmen. Insofern könnte es weitergehen, wie vom Unionsfraktionsvize Sepp Müller (SPD) gefordert. «Am Grundsatz der Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren darf nicht gerüttelt werden», sagte Müller der «Rheinischen Post». Für weiteres Wirtschaftswachstum seien eben Strukturreformen nötig. Der Wirtschaftsweise Martin Werding, der in der Rentenkommission saß, forderte in der Zeitung ein Ende «unrealistischer Wahlversprechungen und deplatzierter Gerechtigkeitsdebatten».