Die Brandenburger Aufarbeitungsbeauftragte Maria Nooke hat angesichts einer wachsenden Nostalgie vor der Verharmlosung der DDR gewarnt. «Je weiter die Zeit voranschreitet, desto positiver wird das Leben in der DDR gesehen und bewertet», sagte die Beauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Maria Nooke, bei der Vorstellung ihres neuen Berichts. Emotionen und Klischees übertrügen sich auf Kinder und Enkel, ohne dass sie von Ursachen und Zusammenhängen wüssten. «Gleichzeitig gerät mit dem Erstarken nostalgischer Gefühle und Einstellungen der Diktatur-Charakter der DDR aus dem Blick.»
Die frühere Vize-Direktorin der Stiftung Berliner Mauer warnte mit Blick auf die Betroffenen: «Für diejenigen, die sich in der DDR nicht angepasst haben, sondern politisches Unrecht erlitten haben, ist diese Verharmlosung unverständlich und schwer zu ertragen.» Es sei nötig, weiter über die DDR-Geschichte und die SED-Diktatur aufzuklären und auch den Opfern Unterstützung zu geben, sagte Nooke. Knapp 1.300 Menschen suchten in den Jahren 2024 und 2025 bei der Beauftragten Rat, rund 700 davon wandten sich nach ihren Angaben erstmals an sie.