Ein halbes Jahr vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland sieht der SPD-Politiker Carsten Schneider das neue Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) sehr skeptisch. «Das BSW mit Frau Wagenknecht ist bisher ein reines Medienphänomen», sagte der Ostbeauftragte der Bundesregierung in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Dass Sahra Wagenknecht gute Auftritte in Talkshows hinlegt und bei Buchlesungen viel Publikum hat, heißt noch lange nicht, dass sie tatsächlich viele Stimmen bei der Landtagswahl erhält. In der Partei haben sich einige Glücksritter versammelt. Und es gibt noch kein richtiges Programm.»
Zugleich erwartet Schneider auch mit Blick auf die hohen Umfragewerte der AfD schwierige Mehrheitsverhältnisse. «Wir haben in Thüringen eine zersplitterte Parteienlandschaft», sagte er. «Wenn eine Regierung nur noch aus drei oder mehr Parteien gebildet werden kann und jede nur ihre Klientel im Kopf hat, dann könnte das Regieren sehr anstrengend werden. Ich setze darauf, dass die Parteien der Mitte aus der Wahl gestärkt hervorgehen.»