Grüne und Linke im Berliner Abgeordnetenhaus ziehen nach der Arbeit eines Untersuchungsausschusses eine deutlich kritischere Bilanz der sogenannten Fördermittelaffäre als Schwarz-Rot. Für eine fehlerhafte und rechtswidrige Vergabe von Fördermitteln an Projekte gegen Antisemitismus durch die Kulturverwaltung sind nach Einschätzung beider Fraktionen nicht nur die früheren Senatoren Joe Chialo (CDU) und Sarah Wedl-Wilson (parteilos) verantwortlich.
Genauso beteiligt seien CDU-Abgeordnete, so der Grünen-Politiker Daniel Wesener. Sie hätten «zweifelsfrei» in unzulässiger Weise Einfluss auf die Hausspitze der Kulturverwaltung genommen, um eine Förderung der von ihnen gewünschten Projekte durchzusetzen. Die Ausschussvorsitzende Manuela Schmidt sprach von Grenzüberschreitungen und einem Verstoß gegen die Gewaltenteilung.