Der Vorwurf wiegt schwer: Eine Deutsch-Ukrainerin soll für einen Mitarbeiter eines russischen Geheimdienstes in der russischen Botschaft in Berlin Informationen beschafft und ihm beim Kontaktaufbau geholfen haben. Die Frau wurde am Mittwoch in Berlin festgenommen, in mehreren Bundesländern fanden Durchsuchungen statt. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr geheimdienstliche Agententätigkeit vor. Auch zwei ehemalige Bundeswehrangehörige, die mit der Verdächtigen Kontakt gehabt sollen, stehen im Visier der Ermittler.
Spur führt auch zu Ex-Bundeswehrleuten
Nach dpa-Informationen richtete sich der vom Generalbundesanwalt verfügte Polizeieinsatz im Zuge der Spionage-Ermittlungen am Mittwoch auch gegen zwei ehemalige Angehörige der Bundeswehr. Dabei handele es sich um einen erst kürzlich in Pension gegangenen Stabsoffizier sowie einen Beamten des höheren Dienstes, der die Bundeswehr vor mehr als 15 Jahren verlassen habe, hieß es aus Militärkreisen.
Die beiden Männer stünden im Verdacht, gegenüber einer «Mittelsperson», die mutmaßlich im Auftrag des russischen Nachrichtendienstes handelte, «dienstliche Informationen preisgegeben zu haben». Dafür sollen sie ihre Kontakte in der Bundeswehr genutzt haben. Bei der «Mittelsperson» dürfte es sich um die Deutsch-Ukrainerin handeln.
Ob die beiden ehemaligen Bundeswehrangehörigen Informationen wissentlich an einen ausländischen Nachrichtendienst weitergaben, sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen, so die Militärkreise. Mit Bekanntwerden des Verdachts gegen den damals noch im aktiven Dienst befindlichen Stabsoffizier habe der Militärische Abschirmdienst umfassende nachrichtendienstliche Ermittlungen zur Aufklärung der Sache aufgenommen.