Mehr als 2.000 antisemitische und antiisraelische Beleidigungen, Drohungen, Beschädigungen und Angriffe sind in Berlin im letzten Jahr von einer Dokumentationsstelle gezählt worden. Die Zahl lag mit 2.197 etwas niedriger als im Vorjahr 2024, aber mehr als doppelt so hoch wie vor dem islamistischen Terrorangriff auf Israel im Oktober 2023, wie die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) mitteilte.
Das zeige, dass die Zahlen nun seit 2023 auf einem hohen Niveau geblieben seien, schreibt RIAS in dem 88 Seiten umfassenden Jahresbericht. «Alltägliche Situationen wie U-Bahn- oder Taxifahrten, Konzert- oder Café-Besuche
wurden oft plötzlich und unvermittelt bedrohlich», hieß es mit Berufung auf viele Betroffene. Juden würden berichten, dass sie wegen antisemitischer
Erlebnisse immer mehr als jüdisch erkennbare Symbole oder Kleidungsstücke meiden würden.
Viele registrierte Vorfälle sind Beleidigungen in Mails oder auf Internet-Plattformen. Dazu kommen Anfeindungen und Beleidigungen von Menschen im öffentlichen Leben und auch gezielte Beschädigungen von Gedenkstellen wie den bekannten Stolpersteinen, von Mahnmalen und Denkmälern, die bemalt oder besprüht wurden. Außerdem wurden 40 Gewaltvorfälle gemeldet.