Eines der beiden Kandidatenduos für die Doppelspitze der Berliner SPD, Kian Niroomand und Jana Bertels, sieht die Koalition mit der CDU nicht als Zukunftsmodell, stellt sie bis zur nächsten Wahl 2026 aber nicht infrage. «Wir werden diese Koalition nicht aufkündigen», sagte Niroomand am Montag vor Journalisten. «Schließlich braucht diese Stadt auch Verlässlichkeit.» Bertels sagte, viele hätten den Eindruck, dass der schwarz-rote Senat aktuell recht geräuschlos arbeite. «Da wollen wir uns nicht einmischen.»
Gleichzeitig wollen beide im Falle ihrer Wahl als Vorsitzende jenseits der Koalition daran arbeiten, das Profil der SPD zu schärfen, sie eigenständiger zu machen und zu einer modernen Großstadtpartei zu entwickeln. Denn es sei gefährlich für die SPD, sich in der Rolle als Juniorpartner der CDU einzurichten, sagte Niroomand.
«Wir glauben, dass diese Koalition uns als Partei dahingehend nicht guttut, als wir Gefahr laufen, unser sozialdemokratisches Profil weiter zu verlieren», fügte er hinzu und verwies auf jüngste Umfragen, in denen die SPD hinter CDU und Grünen nur auf Platz drei liegt.