Gauck: Rot-Grün-Rot in Berlin durch Wählervotum vorgegeben
Altbundespräsident Joachim Gauck hält trotz persönlicher Vorbehalte die angestrebte Bildung eines rot-grün-roten Regierungsbündnisses in Berlin für richtig. «Es ist nicht die Regierung, die ich mir wünsche», sagte er am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung «Maybrit Illner». Aber das Wählervotum sei das, «was uns erst mal die Richtung vorgibt». Mit Blick auf den Vorwurf gegen die Wahlsiegerin Linke, in Teilen der Partei gebe es antisemitische Tendenzen, sagte er, sie habe die Wahl mit einem sozialen Thema gewonnen und nicht mit einem Thema, das «die neuen Mitglieder aus den Palästinenser-Milieus bevorzugen». Dafür habe es von der Bevölkerung ein deutliches Statement gegeben. «Die müssen einfach mal versuchen zu regieren», sagte der Altbundespräsident. «Das müssen die Kräfte akzeptieren, die anders gewählt haben.» Er sei jedoch skeptisch, dass es der Linken gelinge, ihre schwierigen Milieus zu zähmen, sagte Gauck. Sein Bauch sage, das gehe überhaupt nicht. Die Linke will mit SPD und Grünen eine Koalition bilden. Beide Landesverbände wollen mit ihr darüber verhandeln und weichen davon auch nach Bekanntwerden neuer Zweifel an Linken-Fraktionschefin Elif Eralp bisher nicht ab. Die CDU will ihrerseits aber SPD und Grünen noch Sondierungen für ein schwarz-grün-rotes Bündnis anbieten. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten