Berlins scheidender SPD-Chef Raed Saleh hat nach seinem Scheitern bei einer Mitgliederbefragung versichert, dass Partei und Fraktion weiter zur Koalition mit der CDU stehen. «Die Berliner SPD ist stabiler Anker der Koalition», hieß es in einem Statement, das Saleh am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur übermittelte.
«Die SPD-Fraktion ist sich ihrer besonderen Verantwortung innerhalb der Koalition bewusst und arbeitet konzentriert und solidarisch miteinander und vertrauensvoll mit dem Koalitionspartner zusammen», heißt es dort weiter. «Wir bleiben Rückgrat, Taktgeber, aber auch kritischer Begleiter des Berliner Senats.»
Ungeachtet seiner Niederlage als Parteichef will Saleh als Fraktionschef weitermachen. «Ich bin gewählter Fraktionsvorsitzender und stehe auch weiterhin zur Verfügung», sagte er auf dpa-Nachfrage. Der einflussreiche Politiker leitet die Fraktion im Abgeordnetenhaus seit 2011, im Juni steht die nächste Wahl des Fraktionsvorstands an.
Saleh hatte bei der Mitgliederbefragung zur künftigen Doppelspitze der SPD eine krachende Niederlage erlitten. Er kam im Duo mit der Bezirkspolitikerin Luise Lehmann aus Marzahn-Hellersdorf nur auf 15,65 Prozent, wie die SPD am Samstag mitgeteilt hatte. Während das Team Saleh/Lehmann aus dem Rennen ist, stellen sich die anderen beiden Bewerberduos in einer erneuten Mitgliederbefragung einer Stichwahl.