Ex-Kultursenator Joe Chialo (CDU) hat die Fragen im Untersuchungsausschuss zur umstrittenen Vergabe von Fördermitteln immer wieder unbeantwortet gelassen. Er berief sich bei der jüngsten Sitzung des Gremiums im Abgeordnetenhaus wiederholt fast wortgleich auf sein Auskunftsverweigerungsrecht, wie er es bereits zu Sitzungsbeginn angekündigt hatte.
Die Ausschussvorsitzende Manuela Schmidt (Linke) betonte, es gebe ein berechtigtes parlamentarisches Interesse an Aufklärung. Die Abgeordnete stellte entsprechend dennoch eine Reihe von Fragen, etwa zu Bedenken, die innerhalb der Kulturverwaltung gegen die zu fördernde Projekte geltend gemacht worden seien.
Chialo, der mit zwei Anwälten in den Ausschuss gekommen war, reagierte darauf jeweils mit dem Hinweis, sein Rechtsbeistand habe ihm empfohlen, sein Auskunftsverweigerungsrecht wahrzunehmen. Das galt anschließend auch für Dutzende Fragen anderer Ausschussmitglieder.
Auf die Frage des Grünen-Abgeordneten Daniel Wesener, «Finden Sie auch, dass heute schönes Wetter ist?», beantragten Chialos Anwälte eine Unterbrechung der Sitzung - von denen es insgesamt etliche gab.