Die AfD könnte in kommunalen Wahlen in Brandenburg trotz der bisher geringen Erfolgsquote nach Ansicht einer neuen Analyse künftig stärker punkten. Die AfD habe 2025 und 2026 zwar mit dem Antritt bei 36 von 55 Bürgermeister- und Landratswahlen nur in Zehdenick die Bürgermeisterwahl gewonnen, schreiben Gideon Botsch und Christoph Schulze in den Mitteilungen der Emil Julius Gumbel Forschungsstelle am Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam. Die Möglichkeit, dass sich die AfD künftig in einer Stichwahl durchsetze oder sogar erneut einen Sieg im ersten Wahlgang erreiche, sei jedoch gegeben. Ob es dazu kommt, hängt nach Ansicht der Wissenschaftler entscheidend von der Leistungsfähigkeit der übrigen Bewerberinnen und Bewerber ab. Die AfD könne derzeit weitgehend ihr Potenzial auf kommunaler Ebene ausnutzen und erfolgreich Anhänger mobilisieren, heißt es in dem Beitrag. «Da es den demokratischen Parteien weit weniger gelingt, ihre Potenziale auszuschöpfen, und da die Wahlbeteiligung vergleichsweise niedrig bleibt, kann sich dies in AfD-Ergebnissen ausdrücken, die annähernd die Hälfte der abgegebenen Stimmen umfassen.» Im Durchschnitt erzielten die AfD-Kandidatinnen und -Kandidaten der Analyse zufolge 25 Prozent der Stimmen in der Hauptwahl. Bei den 12 Stichwahlen, für die sich die AfD-Kandidaten qualifizierten, erreichten sie im Durchschnitt 39 Prozent, in Spree-Neiße sogar knapp 49 Prozent. Die AfD habe gegen eine Reihe von Wahlergebnissen Zweifel gestreut, Einwände erhoben und teilweise juristische Schritte eingeleitet, heißt es im Beitrag weiter. Der Verfassungsschutz Brandenburg stuft den AfD-Landesverband als gesichert rechtsextremistisch ein. Die AfD war in Brandenburg bisher nur bei der Bürgermeisterwahl in Zehdenick erfolgreich, wo René Stadtkewitz im Mai gewählt wurde. Es ist bundesweit die größte Stadt, in der die AfD regiert. Auch in Raguhn-Jeßnitz in Sachsen-Anhalt stellt sie einen Bürgermeister, die Stadt ist aber kleiner. Der vorherige Bürgermeister von Zehdenick, Alexander Kretzschmar, hatte sich bei der Wahl im vergangenen Jahr noch deutlich gegen Stadtkewitz durchgesetzt. Er meldete sich jedoch kurz nach seiner Amtseinführung dauerhaft krank und wurde später abgewählt. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenAfD-Kandidaten in Stichwahlen im Schnitt bei 39 Prozent
AfD stellt in Brandenburg erstmals direkt gewählten Bürgermeister