Die Zahl antisemitischer Straftaten ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf einem konstant sehr hohem Niveau. Im vergangenen Jahr wurden 820 neue Vorfälle in Berlin erfasst, wie der Antisemitismusbeauftragten der Generalstaatsanwaltschaft, Florian Hengst, der Deutschen Presse-Agentur sagte.
Im Vorjahr registrierte die Behörde 757 Verfahren mit antisemitischem Hintergrund, im Jahr 2023 waren es 589. Allerdings lassen sich die Zahlen nicht ganz miteinander vergleichen, weil es eine Veränderung bei der Statistik gab: Seit dem 2. Halbjahr 2025 erfasst die Behörde in dieser Kategorie auch antisemitische Parolen, die im Rahmen von Versammlungen im Kontext mit dem Nahost-Konflikt gerufen wurden. Dazu zählt vor allem der Ausruf «From the river to the sea», der bislang ausschließlich in der Statistik zu Straftaten im Kontext mit dem Nahost-Konflikt erfasst wurde.
Im Zusammenhang mit diesem Thema wurden darüber hinaus im vergangenen Jahr 2.450 neue Fälle erfasst, im Jahr 2024 waren es noch 4.069. Hierbei handelt es sich um Verfahren, bei denen ebenfalls häufig zumindest der Verdacht besteht, dass ein antisemitischer Hintergrund vorliegt.