Ausstellung im Rathaus erinnert an Opfer des Hamas-Terrors
In einer Ecke der neuen Ausstellung «Unbroken» im Roten Rathaus steht ein Fahrrad - schwarz und unscheinbar. Es hat Lior Waitzman gehört, einem sportbegeisterten 32 Jahre alten Israeli, der am 7. Oktober 2023 von Hamas-Terroristen erschossen wurde. Waitzman wollte im Morgengrauen mit seiner Trainingspartnerin Aya zu einer Radtour aufbrechen. Beide trainierten regelmäßig für Triathlon-Wettkämpfe. Doch diesmal wurden sie von dem Terror-Angriff überrascht, der begann, noch bevor sie ihren Treffpunkt erreichten. Beide versuchten, sich zu verstecken. Waitzman schickte seiner Frau Limor noch ein Foto von sich, das ihn lächelnd auf dem Boden liegend zeigt - bald darauf wurde er entdeckt und ermordet. Nach seinem Tod beginnt seine Frau für den Ironman zu trainieren - damit sein Traum doch noch in Erfüllung geht. Ausstellungen wie «Unbroken» seien so wichtig, weil sie deutlich machten, wie die Hamas-Terroristen Menschen bestialisch ermordet, gequält, gefoltert und vergewaltigt hätten, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner. «Wir schulden es den Opfern, dass das niemals vergessen wird, dass das niemals relativiert wird», ergänzte er bei der Ausstellungseröffnung zwei Tage vor dem Jahrestag des Massakers. Der CDU-Politiker versicherte, der Senat werde alles tun, um jüdisches Leben zu schützen. «Wir setzen uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln für den Schutz jüdischer und israelischer Menschen und Einrichtungen in Berlin ein.» «Der Schutz jüdischen Lebens beginnt mit dem festen Willen daran, dass jüdisches Leben zu uns gehört, in unsere Stadt», sagte Wegner. Er beginne mit einer Haltung. «Und ich wünsche mir diese Haltung von jedem, der in dieser Stadt Verantwortung trägt oder Verantwortung tragen will», ergänzte der CDU-Politiker mit Blick auf Gespräche zwischen Linken, Grünen und SPD nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin. Politiker der drei Parteien suchen vor dem möglichen Beginn von Sondierungen noch eine gemeinsame Basis zum Umgang mit Antisemitismus. Als Vertreter der Botschaft des Staates Israel wies Daniel Aschheim darauf hin, dass jüdisches Leben in Deutschland wieder unter Druck stehe. «Wir sollten aufhören, so zu tun, als wäre das normal.» «Jüdische Eltern haben Angst, ihre Kinder zur Schule zu schicken», sagte er. «Israelische Künstler werden ausgeladen oder sollen sich erst von ihrem eigenen Land distanzieren, bevor sie auf deutsche Bühnen willkommen sind», kritisierte Aschheim. «Erst vor kurzem wurde hier in Berlin eine Frau angegriffen, weil sie einen Davidstern trug. Das muss Deutschland aufrütteln», forderte er. Antisemitismus gebe es von ganz rechts und auch von Islamisten. «Und er kommt zunehmend von ganz links, wo Antisemitismus als Aktivismus, Moral und vermeintliche Solidarität verpackt wird», warnte Aschheim. «Andere Verpackungen, dasselbe Gift. Eine Brandmauer gegen Antisemitismus muss es auch nach links geben.» Und er ergänzte: «Nie wieder ist kein Satz für die Vergangenheit, es ist eine Verantwortung in der Gegenwart.» Die neue Ausstellung «Unbroken» des World Jewish Congress und der Maccabi World Union widmet sich insbesondere den Geschichten israelischer Sportlerinnen und Sportler, ihrer Angehörigen und Fans, die von dem Terror-Angriff betroffen waren. Sie ist bis zum 16. Oktober von Montag bis Freitag von 9.00 bis 18.00 Uhr zugänglich. Der Eintritt ist frei. Zum Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel wird außerdem das Brandenburger Tor am Mittwoch illuminiert, wie die Senatskanzlei mitteilte. In der Zeit von 18.30 Uhr bis Mitternacht sollen die Farben der israelischen Fahne auf das Tor projiziert werden. Am 7. Oktober 2023 verübte die Hamas einen Terrorangriff auf Israel, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und 251 in den Gazastreifen verschleppt wurden. Israel reagierte darauf mit einer militärischen Offensive im Gazastreifen, die zu einem langanhaltenden Krieg führte, bei dem Zehntausende Menschen getötet wurden und der schwere Zerstörungen in dem dicht besiedelten Küstenstreifen anrichtete. Seit Oktober 2025 gilt im Gaza-Krieg eigentlich eine Waffenruhe. Das israelische Militär fliegt aber immer wieder Luftangriffe, die nach eigener Darstellung auf Hamas-Mitglieder abzielen. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenWegner sichert den Schutz jüdischer Menschen zu
Antisemitismus ist immer dasselbe Gift