Bundeskanzler Olaf Scholz setzt mit Blick auf aktuelle Kriege und Konflikte auf Friedenslösungen mit Perspektive. «Wir alle wünschen uns Frieden für unsere Zeit. Aber ein Frieden um jeden Preis - das wäre gar keiner», sagte der SPD-Politiker am Montag in Berlin unter Hinweis auf den Philosophen Immanuel Kant (1724-1804). Scholz hielt eine Festrede zum 300. Geburtstag des großen Denkers.
«Für Kant ist klar: Wer angegriffen wird, der darf sich verteidigen», sagte der Kanzler unter Hinweis auf den Kant-Text «Zum ewigen Frieden». «Und der soll auch nicht gezwungen sein, sich auf einen Friedensvertrag einzulassen, den der Aggressor mit dem «bösen Willen» abschließt, den Krieg bei «erster günstiger Gelegenheit» wieder aufzunehmen.»
Waffenstillstand für dauerhaften und gerechten Frieden
Ein solcher Friedensschluss, schreibe Kant, wäre ja ein bloßer Waffenstillstand, Aufschub der Feindseligkeiten, nicht Friede, der das Ende aller Feindseligkeiten bedeute. «Ich meine: Diese Warnung Kants sollten wir bedenken, wenn wir nach Auswegen suchen aus den Kriegen unserer Zeit», sagte Scholz.