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Iran-Krieg treibt Spritpreise hoch und Autofahrer nach Polen

An der Tankstelle in Frankfurt (Oder) ist am Freitagvormittag nichts los - dagegen ist im benachbarten Slubice in Polen jede Zapfsäule besetzt.  / Foto: Patrick Pleul/dpa
An der Tankstelle in Frankfurt (Oder) ist am Freitagvormittag nichts los - dagegen ist im benachbarten Slubice in Polen jede Zapfsäule besetzt. / Foto: Patrick Pleul/dpa

Fast 50 Cent pro Liter sparen: In der Grenzregion weichen viele deutsche Autofahrer zum Tanken nach Polen aus - und bringen auch Kanister mit.

Der Iran-Krieg mit steigenden Energiepreisen hat einen Tank-Ansturm in der polnischen Grenzregion ausgelöst. Wegen des Preisunterschieds bei Sprit komme es teilweise zu langen Schlangen an polnischen Tankstellen, sagte der Leiter für Regionalpolitik der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg, Robert Radzimanowski. 

In Frankfurt (Oder) war an den Tankstellen am Vormittag kaum etwas los, im benachbarten Slubice dagegen jede Zapfsäule besetzt, wie ein dpa-Reporter berichtete. Teils hätten Autofahrer noch Kanister mit Sprit gefüllt. 

IHK: Lage für Tankstellen in Grenzregion verschärft sich 

Die Spritpreise sind zwar auch in Polen gestiegen. Sie sind unter anderem wegen unterschiedlicher Besteuerung dennoch niedriger als in Deutschland. «Für die deutschen Tankstellen im Grenzraum verschärft sich dadurch die Ertragslage zusätzlich», sagte der IHK-Fachmann. 

Zudem hat die polnische Landeswährung Zloty seit Beginn des Iran-Kriegs im Vergleich zum Euro nachgegeben - dies bietet Tanktouristen aus Deutschland einen Wechselkursvorteil. 

Preisunterschied ist groß 

Bei Super-Benzin kann man pro Liter in Polen derzeit teils 40 bis 45 Cent sparen, wie der Verband des Garagen- und Tankstellengewerbes (VGT) Nord-Ost sagte. 

Nach Angaben des Portals «Business Insider» kostet der Liter Benzin in Polen derzeit im Schnitt umgerechnet 1,40 Euro, der Liter Super 1,55 Euro und der Liter Diesel 1,50 Euro. «Die Deutschen stürmen polnische Tankstellen», titelte die polnische Boulevardzeitung «Fakt». 

Das Transportgewerbe gerät aus Sicht der IHK in Ostbrandenburg unter starken Druck, weil in der Regel langfristige Lieferverträge mit festen Preisen bestünden. Das bedeutet, höhere Spritkosten können nicht weitergegeben werden. Die Preisschere zwischen einheimischen und ausländischen Transportunternehmen öffne sich weiter, so Radzimanowski.

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