Der ehemalige DDR-Grenzwachturm in Cumlosen (Landkreis Prignitz) wird am Freitag in Berlin versteigert. Für ein Mindestgebot von 5.000 Euro kann das denkmalgeschützte Objekt direkt an der Elbe zwischen Wittenberge und Lenzen erworben werden. Laut der Deutschen Grundstücksauktionen AG aus Berlin, die mit der Versteigerung beauftragt ist, besteht allerdings aufgrund von Vandalismusschäden und durch jahrelangen Leerstand ein «erheblicher Instandsetzungs- und Sanierungsbedarf».
Viele Interessenten fragen beim Landkreis an
Cumlosen liegt im früheren Grenzgebiet. Wenige Kilometer elbabwärts teilte die Elbe die Bundesrepublik und die DDR. Heute verbinden zwei Fähren wieder die Bundesländer Brandenburg und Niedersachsen.
Der Landkreis Prignitz wird sich laut Sprecher Bernd Atzenroth nicht an der Auktion beteiligen. Derzeit gebe es bei der Kreisverwaltung zahlreiche Anfragen von Interessenten. «Das ist durchaus ein Thema, das viele Leute interessiert», betont Atzenroth. Unklar sei, ob das Gebäude aufgrund seiner komplizierten Struktur letztlich überhaupt jemand haben wolle.
Touristische Nutzung möglich?
Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz, Mike Laskewitz, kann sich eine touristische Nutzung des alten Wachturms, der direkt am Elberadweg liegt, durchaus vorstellen. «Momentan steht dort ein Gebäude, das keine Funktion hat», sagte er auf Nachfrage. Jede Nutzung sei gut, wenn sie umsetzbar sei. «Alles, was schöner gemacht wird, ist immer gut», meint der Tourismus-Chef.
So wird etwa der nahe gelegene ehemalige Grenzturm am Fähranleger in Lenzen touristisch genutzt. Eine Stahltreppe führt von außen auf den Turm. Im Inneren erläutern Schautafeln die früheren Grenzanlagen sowie Natur der Elbtalaue.
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