Die antisemitisch motivierten Straftaten in Brandenburg haben im vergangenen Jahr sprunghaft zugenommen. Die Polizei registrierte 284 derartige Delikte, fast 70 Prozent mehr als 2022, wie das Kulturministerium in Potsdam auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Andreas Büttner und Andrea Johlige (beide Linke) mitteilte. Damit hat sich die Zahl der registrierten antisemitischen Straftaten seit 2021 in Brandenburg nahezu verdoppelt. Büttner sprach von einem «traurigen Höhepunkt» antisemitischer Gewalt.
Unter den Delikten, die als politisch motivierte Kriminalität eingestuft wurden, befanden sich im vergangenen Jahr vier gegen jüdische Einrichtungen in Eberswalde, Fürstenwalde/Spree und Wittstock/Dosse. Dabei ging es um die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat, Sachbeschädigungen und um das Verwenden verfassungsfeindlicher Kennzeichen.
Rund 180 der mehr als 280 Straftaten betreffen den Vorwurf der Volksverhetzung. In den weiteren Ermittlungsverfahren geht es um Delikte wie das Verwenden verfassungsfeindlicher Kennzeichen, Sachbeschädigungen, Beleidigungen, Bedrohungen und Nötigungen. Fünf Mal kam es zu körperlichen Attacken, darunter zu drei schweren Verletzungen. 2022 waren drei Straftaten der gefährlichen Körperverletzung registriert worden.