Die Bewerber für den SPD-Landesvorsitz Martin Hikel und Nicola Böcker-Giannini halten eine Doppelspitze auch für die SPD-Fraktion überlegenswert. «Wenn Sie mich als Frau fragen, dann würde ich einfach sagen: Ich kämpfe schon sehr lange in der Partei dafür, dass es Gleichstellung gibt - und ich kämpfe schon sehr lange dafür, dass es auch Doppelspitzen gibt», sagte Böcker-Giannini am Montag vor Journalisten. «Es würde mich grundsätzlich freuen, wenn es in der Fraktion auch eine gäbe.» Hikel widersprach dem nicht. Beide forderten allerdings keinen Rückzug von Raed Saleh von der Fraktionsspitze.
Die Diskussion darüber hatte am Wochenende begonnen, nachdem der langjährige SPD-Fraktions- und Noch-Landesvorsitzende Saleh bei der Mitgliederbefragung eine herbe Niederlage erlebt hat. Er kam im Bewerberduo mit der Bezirkspolitikerin Luise Lehmann aus Marzahn-Hellersdorf auf nur 15,65 Prozent. Hikel und Böcker-Giannini erreichten mit rund 48,2 Prozent das beste Ergebnis. Sie treten in der zweiten Runde der Mitgliederbefragung nun gegen das Team aus SPD-Landesvize Kian Niroomand und der früheren Co-Vorsitzenden der Berliner SPD-Frauen, Jana Bertels, an, das 36,1 Prozent erreichte.