Sicherheitsbehörden zeigen sich angesichts des wachsenden Einflusses von Künstlicher Intelligenz (KI) auf Cyberangriffe und Desinformationskampagnen besorgt. «KI kann noch mal einen Anstieg an Cyberkriminalität hervorrufen», sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes Holger Münch am Mittwoch bei einer Cybersicherheits-Konferenz am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. «ChatGPT gibt es auch auf der dunklen Seite der Macht.»
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), bezeichnet die Bedrohungslage im Cyberraum als besorgniserregend. BSI-Präsidentin Claudia Plattner sagte, generative KI senke die Einstiegshürden für Cyberangriffe und erhöhe auch den Umfang und Geschwindigkeiten von Cyberattacken. Auch mit Blick auf bevorstehende Wahlen drohten Desinformationskampagnen, warnte der Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Sinan Selen. Die Sicherheitsbehörden müssten sich darauf einstellen, dass der Einsatz von KI wichtiger werde.
Der Cybersicherheits-Experten vom HPI, Christian Dörr, sieht die Gefahr, dass KI wie ein «Brandbeschleuniger» eine Spaltung und Radikalisierung der Gesellschaft noch verstärken könne. Denn mittels Künstlicher Intelligenz und bestimmter Algorithmen in sozialen Medien könne die Meinungsbildung von Menschen gezielter als früher gesteuert werden.