Eine neue Kampagne soll Berlinerinnen und Berliner mit Migrationshintergrund motivieren, bei der Europawahl am 9. Juni ihre Stimme abzugeben. «Der Rechtsruck in Europa macht vielen Angst. Umso wichtiger ist es, für eine offene und liberale Demokratie einzustehen und sich einzubringen», sagte die Integrationsbeauftragte des Berliner Senats, Katarina Niewiedzial, der Deutschen Presse-Agentur.
Initiative will zur Teilnahme an der Wahl ermuntern
Aus diesem Grund hätten sich zahlreiche Migrantenselbstorganisationen zu einer Initiative zusammengeschlossen, um Perspektiven von Menschen mit Migrationsgeschichte sichtbarer zu machen. «Aktuell starten sie eine eigene Kampagne zur Europawahl und wollen speziell Menschen mit Migrationsgeschichte ermuntern, ihre Stimme bei der Wahl abzugeben», sagte Niewiedzial. «Das ist wichtig, weil die Wahlbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund tendenziell gering ist.»
Auch von den rund 260.000 EU-Bürgerinnen und -bürgern mit Wohnsitz in Berlin habe sich erst eine Minderheit für die Teilnahme an der Europawahl registriert. «Die demokratischen Parteien müssten diese Menschen stärker ansprechen», sagte die Integrationsbeauftragte. «Wir leben in einer Migrationsgesellschaft, 38 Prozent der Berliner Bevölkerung haben Migrationsgeschichte.»