Bekommt Berlin bald eine linke Regierungschefin? Die einen fürchten das so sehr, wie die anderen es hoffen. Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp hat schon lange angekündigt, den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner von der CDU ablösen und selbst Chefin im Roten Rathaus werden zu wollen. Bei der jüngsten Umfrage zur Abgeordnetenhauswahl am 20. September liegt die Linke nun erstmals auf Platz eins. Für ein Bündnis mit Grünen und SPD gäbe es eine Mehrheit.
«Wenn ein Linker in New York gewinnen kann, dann genauso gut in Berlin», kommentierte Eralp im November optimistisch den Wahlerfolg des linken Demokraten Zohran Mamdani bei der Bürgermeisterwahl in der US-Metropole.
Dabei dürften die meisten Berliner den Namen Elif Eralp vor dem Beginn des Wahlkampfs kaum gehört haben. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Landesparlament stand bisher eher in der zweiten Reihe. Politik habe aber schon immer zu ihrem Leben gehört, sagt die 45-Jährige über sich selbst.
Geboren wurde Eralp in 1981 München, hat in Dortmund und Hamburg gelebt und in der Hansestadt Rechtswissenschaften studiert - erstes und zweites Staatsexamen samt Prädikat inklusive. Ihre Eltern waren als Sozialisten und Gewerkschafter aus der Türkei geflohen. Schon als Kind ging sie oft mit auf Demonstrationen.