Die Einführung des 29-Euro-Tickets in Berlin Anfang Juli löst weiter Kritik aus. «In Bayern können wir das Angebot im ÖPNV nur mit einem tiefen Griff in die Staatskasse aufrechterhalten, während Berlin als Hauptempfänger des Länderfinanzausgleichs quasi mit bayerischem Geld einen Gesamtrabatt für alle Fahrgäste finanziert», sagte der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) dem «Tagesspiegel» (Mittwoch). «Das ist nur schwer nachvollziehbar und alles andere als nachhaltig.»
Grünen-Politiker kritisiert: Tarifgrenze zu Brandenburg wieder hochgezogen
Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Stefan Gelbhaar, sagte den Zeitungen der Mediengruppe Bayern: «Der Berliner Senat ignoriert völlig, dass gegenseitige Rücksichtnahme und Zusammenarbeit mit Bund und Ländern auf vielen Themenfeldern nötig und zwingend ist.» Intelligent sei das Vorgehen des Berliner Senats jedenfalls nicht. Die Tarifgrenze zu Brandenburg werde wieder hochgezogen. «Mehr vermeidbarer Autoverkehr gerade an den Stadträndern wird die dort Wohnenden mehr belasten als heute», kritisierte Gelbhaar.
Der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Bareiß, sagte der Mediengruppe Bayern: «Der Traum eines bundeseinheitlichen ÖPNV-Tickets von Minister Wissing war schon nach wenigen Wochen ausgeträumt.» Das 49-Euro-Ticket werde zum «Albtraum» für den Steuerzahler, «denn kaum war das Ticket eingeführt, wollten die Mehrkosten von über drei Milliarden Euro weder Bund noch die Länder bezahlen».