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Duell in Brandenburg: AfD gegen CDU im Landkreis Spree-Neiße

Im Landkreis Spree-Neiße mit der Kreisstadt Forst (Lausitz) wird ein neuer Landrat gewählt (Archivbild). / Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
Im Landkreis Spree-Neiße mit der Kreisstadt Forst (Lausitz) wird ein neuer Landrat gewählt (Archivbild). / Foto: Frank Hammerschmidt/dpa

Der Landkreis Spree-Neiße wählt einen neuen Landrat: AfD und CDU treten in der Stichwahl an. Die Wahl ist von überregionaler Bedeutung.

Bei der Stichwahl zur Landratswahl geht es am Sonntag um weit mehr als um den Landkreis Spree-Neiße. Es geht um die Frage, ob die AfD in Deutschland den zweiten Landratsposten nach Sonneberg in Thüringen bekommt oder ob die CDU wieder den Landrat stellt. Die AfD-Kandidatin Christine Beyer lag im ersten Wahlgang vorn - sie will erste AfD-Landrätin in Brandenburg werden. Der CDU-Kandidat Martin Heusler wird auch von anderen Parteien unterstützt.

Im ersten Wahldurchgang vor zwei Wochen holte Beyer 42,4 Prozent der Stimmen. Heusler erhielt damals 30,5 Prozent. Nicht in die Stichwahl kamen der SPD-Kandidat Heiko Jahn mit 20,4 Prozent und Robert Hanschke (Die Partei) mit 6,6 Prozent.

AfD-Wahlkampf mit Parteichef

Die AfD holte ihren Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla zum Wahlkampf in den Süden Brandenburgs. Im Gasthaus «Zur Dorflinde» in Groß Kölzig warb er am Donnerstag für die Kandidatin Beyer. Chrupalla will eine «blaue Wende» erreichen. Der Verfassungsschutz Brandenburg stuft den AfD-Landesverband als gesichert rechtsextremistisch ein. 

Die 1964 geborene Beyer wirbt dafür, Familien zu stärken, den Mittelstand zu entlasten und die Infrastruktur zu sanieren. Sie will das Krankenhaus in der Kreisstadt Forst (Lausitz) erhalten.

Die AfD stellt bisher keinen Landrat oder Bürgermeister in Brandenburg. Deutschlandweit wäre es der zweite Sieg der AfD bei einer Landratswahl. Im Kreis Sonneberg in Thüringen ist Robert Sesselmann seit 2023 der erste AfD-Landrat, er war vorher Landtagsabgeordneter.

SPD-Landeschef wirbt für CDU-Kandidat

Der CDU-Kandidat Martin Heusler wird nicht nur von seiner eigenen Partei unterstützt: Auch Ministerpräsident Dietmar Woidke wirbt für ihn. «Am Sonntag geht es um die Zukunft des Landkreises Spree-Neiße», sagte der SPD-Landeschef bei Instagram und rief zur Wahl Heuslers auf. Seit Mittwoch regieren SPD und CDU in Brandenburg gemeinsam.

Heusler ist CDU-Fraktionsvorsitzender in Kolkwitz, er gehört auch dem Kreistag Spree-Neiße an. Er will neue Arbeitsplätze schaffen, Feuerwehren, Sanitäter und Katastrophenschützer besser ausstatten, Mobilfunklücken schließen und die medizinische Versorgung sichern.

Der bisherige Amtsinhaber Harald Altekrüger (CDU) hatte das Landratsamt seit 2010 inne und verabschiedet sich in den Ruhestand. Das Lausitzer Braunkohlerevier liegt in dem Landkreis.

Der Landkreis Spree-Neiße ist bei vergangenen Wahlen schon AfD-Hochburg gewesen: Bei der Landtagswahl 2024 erreichte die Partei im Wahlkreis Spree-Neiße II wie in Oberspreewald-Lausitz I mit jeweils 41,7 Prozent der Zweitstimmen den höchsten Wert landesweit. Bei den Kommunalwahlen 2024 war die AfD mit 38,2 Prozent der Zweistimmen im Landkreis Spree-Neiße am stärksten.

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