Nach der gewaltsamen Aktion gegen Grünen-Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt prüft die Brandenburger Polizei Defizite beim Einsatz. «Nach ersten Informationen liegen möglicherweise Anhaltspunkte dafür vor, dass die Kräfte zum Zeitpunkt des Vorfalls unzureichend waren», sagte die Sprecherin des Polizeipräsidiums, Beate Kardels, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. «Selbstverständlich ist es unser Ziel, dass sich Amts- und Mandatsträger sicher fühlen. Auch deshalb wird dieser Einsatz nachbereitet.» Sie betonte ebenso wie das Brandenburger Innenministerium: «Die Erkenntnisse sollten für künftige Einsätze berücksichtigt werden.» Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hatte am Donnerstag darüber berichtet.
Am Samstag hatten Demonstranten die Grünen-Politikerin nach einer Veranstaltung in Lunow-Stolzenhagen in Ostbrandenburg bedrängt und ihr Fahrzeug an der Abfahrt gehindert. Rund 40 bis 50 Demonstranten hatten sich vor dem Veranstaltungssaal versammelt, hatte das Büro von Göring-Eckardt der «Bild»-Zeitung mitgeteilt. Die Polizei berichtete, dass sich ein 19- und ein 26-jähriger Mann vor und hinter den Dienstwagen gesetzt und die Abfahrt verhindert hätten. Erst als die Polizei Verstärkung gerufen habe, sei die Abfahrt nach 45 Minuten ermöglicht worden, teilte das Büro Göring-Eckardts mit. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) führt nach Angaben einer Sprecherin wegen der Blockade ein Ermittlungsverfahren wegen Nötigung gegen zwei Beschuldigte.