Drei AfD-Politiker wollen mit der rechtsextremen Partei Die Heimat in zwei Brandenburger Kommunalparlamenten gemeinsame Fraktionen bilden. Der AfD-Landesvorstand reagierte am Dienstag schnell und beschloss ein Parteiausschlussverfahren gegen die drei Kommunalpolitiker, wie ein Sprecher der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel mitteilte. Die Heimat, Nachfolgepartei der Neonazipartei NPD, steht auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD zu Organisationen, mit denen sie jede Zusammenarbeit ausschließt. In Brandenburg wird die AfD vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft.
Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz im Süden Brandenburgs an der Grenze zu Sachsen hatten zwei AfD-Vertreter im neu gewählten Kreistag und ein Politiker der Partei Die Heimat mitgeteilt, sie würden zusammen eine Fraktion mit dem Namen «Heimat und Zukunft» bilden. Das bestätigte eine Sprecherin des Landkreises der dpa.
In dem Landkreis kam die AfD bei der Kommunalwahl am 9. Juni auf 31,8 Prozent und 16 der 50 Sitze im Kreistag. Abtrünnig sind nun die beiden AfD-Kommunalpolitiker Bernd Dietrich und Peter Gröbe. Zusammen mit dem Heimat-Vertreter Thomas Gürtler, der schon für die NPD in Kommunalparlamenten saß, wollen sie die neue Fraktion bilden. Gürtler soll Vorsitzender werden. Der neue Kreistag tritt am 4. Juli erstmals zusammen.