Nach den israelkritischen Äußerungen einiger Filmschaffender während der Abschlussgala der Berlinale hat CSU-Chef Markus Söder Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) heftig kritisiert. Schon bei der Kunstausstellung documenta in Kassel habe es im vergangenen Jahr ein «Totalversagen bei dem Thema» gegeben, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. «Antisemitismus in der Form in der Kultur ist für uns erschreckend.»
Die CSU-Politikerin Dorothee Bär, Vizin der Unionsfraktion im Bundestag, sagte der «Welt»: «Unter dieser Kulturstaatsministerin löst ein Antisemitismus-Skandal den nächsten ab. Zuerst die documenta, dann das dröhnende Schweigen der Kultur nach dem 7. Oktober 2023, jetzt die Berlinale. Es ist unerträglich, dass eines der größten Filmfestivals weltweit ausgerechnet in der deutschen Hauptstadt als Anti-Israel-Festival instrumentalisiert wird.»
Nach der documenta habe man gedacht, es sei nur ein Einzelfall gewesen, nun zeige sich, «offenkundig ist ein gewisses System dahinter», betonte Söder. «Denn wenn auf offener Bühne so eine Form von Antisemitismus stattfindet und es keine Reaktion gibt, insbesondere von der zuständigen verantwortlichen Ministerin oder Staatsministerin, dann ist das ein schweres, ein schweres Moment. Das muss geklärt werden.»