Das durch Mücken übertragbare West-Nil-Virus (WNV) ist einer Studie der Universitätsklinik Charité zufolge in Berlin inzwischen fest etabliert. «Das West-Nil-Virus ist in Berlin endemisch, das heißt, es kann in den Sommermonaten zu Infektionen ohne Reiseaktivität kommen», sagte Studienautorin Sandra Junglen bei einem Pressegespräch.
Für die Studie fing das Forscherteam insgesamt 24.000 Stechmücken ein und testete, wie viele der Tiere das Virus in sich trugen. «Wir haben vergleichsweise hohe Infektionsraten in den Stechmücken», erklärte die Charité-Biologin. Demnach trugen 2023 zwischen 0,6 und 6 Prozent der Tiere den Erreger in sich. 2024 waren es zwischen 0,2 und 2 Prozent. Die Untersuchungen hätten außerdem gezeigt, dass das Virus sich lokal vermehre und nicht von anderen Orten eingetragen worden sei.
Warum wird der Anteil in einer Spannweite zwischen 0,6 und 6 Prozent angegeben? Die Forscher testeten die Mücken nicht einzeln, sondern in Gruppen von je zehn Tieren. Zeigte eine Gruppe ein positives Ergebnis, war klar: Mindestens eine Mücke war infiziert – vielleicht aber auch alle zehn. Weil das nicht unterschieden werden kann, lässt sich nur eine Spanne angeben.