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Wie wirken sich Wetter und Klima auf Asthma aus? – Das sagt die Forschung

Wie wirken sich Wetter und Klima auf Asthma aus? – Das sagt die Forschung
Wetter, Luftverschmutzung, Pollen und klimatische Veränderungen können die Atemwege von Menschen mit Asthma unterschiedlich stark belasten. Symbolbild / KI-generiert mit ChatGPT (OpenAI).
Von: Manfred Schulz
Wetter und Klima beeinflussen Asthma oft stärker, als vielen Betroffenen bewusst ist. Ob Kälte, Hitze, Ozon, Luftverschmutzung oder Pollen – zahlreiche Umweltfaktoren können die Atemwege zusätzlich belasten und Beschwerden verstärken. Aktuelle Forschung zeigt, welche Zusammenhänge bestehen und wie sich Asthmatiker mit einfachen Maßnahmen besser schützen können.

Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen der Atemwege. Die Intensität der Symptome schwankt dabei oft erheblich. Während manche Betroffene über längere Zeit kaum Einschränkungen verspüren, treten bei anderen plötzlich starke Beschwerden auf. Ein wichtiger Einflussfaktor ist das Wetter.

Seit vielen Jahren untersuchen Wissenschaftler, wie sich Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftverschmutzung und klimatische Veränderungen auf Asthma auswirken.

Warum Asthma auf Umweltreize reagiert

Asthma ist eine chronische Entzündung der Atemwege. Die Bronchien reagieren überempfindlich auf verschiedene Reize und verengen sich. Dadurch fällt das Atmen schwerer.

Neben häufigen Auslösern wie Pollen, Luftschadstoffen und Tabakrauch können auch Wetterveränderungen die empfindlichen Atemwege reizen. Problematisch wird es, wenn mehrere ungünstige Faktoren gleichzeitig auftreten, etwa hohe Temperaturen, Ozonbelastung und Pollenflug.

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Kalte Luft kann Asthma verschlechtern

Vor allem kalte und trockene Luft löst oft Asthmabeschwerden aus. Viele Betroffene haben deshalb nach plötzlichen Temperaturwechseln oder an sehr kalten Wintertagen Beschwerden. Besonders Menschen mit Belastungsasthma bemerken diesen Effekt oft bereits nach wenigen Minuten körperlicher Anstrengung.

Hitze und Ozon belasten die Atemwege

Auch an heißen Sommertagen bekommen viele Asthmatiker Beschwerden. Ein wesentlicher Grund dafür ist das bodennahe Ozon. Es entsteht vor allem bei intensiver Sonneneinstrahlung aus Stickoxiden und anderen Luftschadstoffen. Ozon reizt die Atemwege und verstärkt Entzündungen.

Dazu kommt, dass hohe Temperaturen den Kreislauf belasten und oft mit einer stärkeren Luftverschmutzung einhergehen.

Die Luftfeuchtigkeit spielt ebenfalls eine Rolle

Ob trockene oder feuchte Luft günstiger ist, lässt sich nicht pauschal beantworten.

Sehr trockene Luft kann die Schleimhäute austrocknen und dadurch die Bronchien empfindlicher machen. Außerdem begünstigt dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit das Wachstum von Schimmelpilzen und Hausstaubmilben. Beide gehören zu den wichtigsten Allergieauslösern bei Asthma.

Gewitter können Asthmaanfälle auslösen

Ein interessantes Phänomen ist das sogenannte Gewitterasthma. Studien haben gezeigt, dass während bestimmter Gewitterlagen ungewöhnlich viele Menschen schwere Asthmaanfälle haben.

Die Ursache besteht vermutlich darin, dass Gewitter große Pollenkörner durch Feuchtigkeit und starke Luftbewegungen zerplatzen lassen. Dadurch entstehen winzige Partikel, die tief in die Bronchien gelangen. Windböen verteilen diese Allergene über größere Entfernungen.

Der Klimawandel verändert die Belastungen

Auch der Klimawandel wirkt sich auf die Gesundheit der Atemwege aus. Zum einen verlängert sich vielerorts die Pollensaison. Pflanzen beginnen früher zu blühen und produzieren größere Mengen an Pollen. Dazu kommt die Ausbreitung neuer Pflanzenarten, deren Pollen allergische Reaktionen auslösen.

Weil Hitzewellen zunehmen, steigen an vielen Tagen die Ozonwerte. Auch Waldbrände führen weltweit zu einer höheren Belastung durch Feinstaub.

Die Rolle der Luftqualität

Die Luftqualität gehört zu den wichtigsten Umweltfaktoren für Menschen mit Asthma.

Feinstaub und Stickstoffdioxid reizen die Atemwege und fördern Entzündungsprozesse. Beide Stoffe entstehen vor allem durch Straßenverkehr, Industrie und Heizungen.

Wettervorhersagen sinnvoll nutzen

Hohe Ozonwerte, starke Pollenbelastung, Kälteeinbrüche oder Gewitter können das Risiko für Beschwerden erhöhen. Deshalb empfiehlt es sich, Wetter-Apps und Pollenprognosen regelmäßig im Blick zu behalten.

Für akute Asthmaanfälle verordnen Ärzte schnell wirksame Bedarfsmedikamente, die die Bronchien erweitern. Häufig eingesetzte Wirkstoffe sind Salbutamol oder Terbutalin. Entsprechende Notfallsprays sollte man insbesondere an Tagen mit ungünstigen Wetterbedingungen oder erhöhter Allergenbelastung stets griffbereit haben.

Daneben erhalten viele Asthmatiker eine Dauertherapie, um die Entzündung der Atemwege langfristig zu kontrollieren. Je nach Schweregrad kommen inhalative Kortikosteroide allein oder in Kombination mit lang wirksamen Bronchodilatatoren zum Einsatz. Zu den häufig verwendeten Kombinationspräparaten gehören beispielsweise Foster, Symbicort und Seretide.

Eine eigenständige Anpassung der Dauermedikation an Wetterumschwünge ist nicht empfehlenswert. In bestimmten Fällen kann der behandelnde Arzt einen individuellen Asthma-Aktionsplan erstellen, der beispielsweise für Zeiten mit vorhersagbaren Belastungen eine vorübergehende Anpassung der Therapie vorsieht.

Was Betroffene selbst tun können

Neben der medikamentösen Behandlung gibt es viele Möglichkeiten, wetterbedingte Beschwerden zu verringern:

  • Regelmäßige Kontrolle des Asthmas durch den behandelnden Arzt
  • Beachtung von Pollen- und Wettervorhersagen
  • Ausreichendes Aufwärmen vor Sport im Freien
  • Schal oder Tuch vor Mund und Nase bei kalter Luft
  • Vermeidung starker körperlicher Belastung an sehr heißen Tagen
  • Möglichst rauchfreie Umgebung
  • Regelmäßiges Lüften der Wohnung

Die Forschung liefert neue Erkenntnisse

Die Wissenschaft beschäftigt sich intensiv mit den Wechselwirkungen zwischen Umwelt, Wetter und Atemwegserkrankungen. Moderne Satellitendaten, Klimamodelle und Gesundheitsregister ermöglichen heute präzisere Analysen als noch vor wenigen Jahren.

Dabei zeigt sich, dass Risiken vor allem durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie Temperatur, Luftschadstoffe, Luftfeuchtigkeit und Allergene entstehen.

Fazit: So wirkt sich das Wetter auf Asthma aus

Die Forschung zeigt, dass Wetter und Klima einen spürbaren Einfluss auf Asthma haben. Kalte Luft, Hitze, hohe Ozonwerte, Luftverschmutzung und eine starke Pollensaison gehören zu den Umweltfaktoren, die Beschwerden verstärken.

Mit einer individuell angepassten Behandlung, einem guten Selbstmanagement und der Nutzung aktueller Wetter- und Polleninformationen lassen sich die Risiken jedoch deutlich reduzieren. Angesichts des Klimawandels dürfte das Zusammenspiel zwischen Umweltfaktoren und Gesundheit der Atemwege in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.

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Manfred Schulz
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Manfred Schulz

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