Brandenburgs Ärzte warnen angesichts des geplanten Sparpakets zur Krankenkassen-Stabilisierung vor schwerwiegenden Folgen für das Gesundheitssystem im Land. Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg befürchtet Praxisschließungen: Die Folge wäre voraussichtlich ein «massiver Rückgang bei den Fachärzten und den Psychotherapeuten», sagte die Vorstandsvorsitzende Catrin Steiniger. «Der Entwurf gefährdet die gesamte ambulante Infrastruktur.»
Ärzte befürchten deutlich weniger Termine
Durch den geplanten Wegfall von Zuschlägen für zusätzliche zeitnahe Facharzttermine und offene Sprechstunden rechnet sie zudem mit einem drastischen Rückgang bei der Vergabe von Terminen um bis zu 900.000 Behandlungsfälle. Es werde dann keine zusätzlichen Termine in den ohnehin schon stark überlaufenen Fachrichtungen wie Augenheilkunde, Dermatologie oder Orthopädie geben.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die gesetzlichen Kassen mit dem geplanten Paket 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten. Das ist etwas mehr als das erwartete Defizit von 15,3 Milliarden Euro und soll erneute Anhebungen der Zusatzbeiträge verhindern. Geplant sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und für die Pharmabranche - aber etwa auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Das Kabinett hat den Entwurf auf den Weg gebracht, bis zur Sommerpause soll das Paket im Bundestag beschlossen werden.