Es ist ein kalter Januartag, als sich Reza Pahlavi an die Protestbewegung im Iran wendet. Seit Tagen erschüttern Demonstrationen das Land, ausgelöst damals durch eine schwere Wirtschaftskrise. In einer Videoansprache auf seinem Instagram-Kanal fordert er die Menschen auf, zwei Tage später auf die Straße zu gehen oder von den Balkonen Parolen zu rufen.
Was dann geschieht, überrascht viele im Iran. In den Metropolen folgen Massen dem Aufruf. Für einen Moment wirkt es, als habe die zersplitterte Opposition eine Stimme gefunden. Getragen wird sie von einer Wut, die sich seit Jahren aufgestaut hat: über politische Repression, fehlende Perspektiven und steigende Preise.
Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, reist nun für politische Gespräche nach Berlin. Es ist sein erster offizieller Besuch in der deutschen Hauptstadt. Für viele Exil-Iraner verkörpert er die Möglichkeit eines politischen Übergangs. Für andere steht er für ein monarchisches System, dessen Versprechen sich schon einmal als trügerisch erwiesen hat. An kaum einer Figur zeigen sich die Brüche innerhalb der Opposition so deutlich.