Ein Jahr nach Bekanntwerden rechtsextremer Vorfälle an einer Schule in Burg ist ein Großteil der polizeilichen Ermittlungen eingestellt worden. «Wir hatten insgesamt sieben Verfahren im Kontext mit Burg», erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Cottbus am Mittwoch. Davon seien drei Verfahren eingestellt worden, weil die Beschuldigten zum Zeitpunkt des Vergehens nicht strafmündig gewesen seien. In einem Verfahren konnten den Angaben zufolge keine Verdächtigen ermittelt werden, ein anderes Verfahren wurde zuständigkeitshalber an die Staatsanwaltschaft in Chemnitz abgegeben.
Vor etwa einem Jahr hatten eine Lehrerin und ein Lehrer aus Burg im Spreewald in einem anonymen offenen Brief geschildert, dass sie täglich mit Rechtsextremismus, Sexismus und Homophobie konfrontiert seien. Nach Anfeindungen aus der rechten Szene verließen sie die Schule.
Ein weiteres Verfahren mit insgesamt zwölf Beschuldigten wurde laut Staatsanwaltschaft ebenfalls eingestellt. Beim Großteil der Beschuldigten habe «ein jugendtypisches, unreflektiertes und gruppendynamisches Verhalten zugrunde gelegen». Da sie auch noch nicht strafauffällig geworden waren, wurde die Schuld laut Staatsanwaltschaft als gering angesehen. Lediglich eine Entscheidung zu einem verbliebenen Verfahren steht noch aus. Es werde hier demnächst eine Entscheidung getroffen, erklärte die Sprecherin. Bei den meisten Vorwürfen handelte es sich um das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.