Die inzwischen abgesagte Veranstaltung der schwarzen Community im Schwimmbad der Berliner Volksbühne ist nach Meinung einer Expertin bewusst umgedeutet und missverstanden worden. «So war das ein Segen für die Rechten», sagt Emilia Zenzile Roig. Sie ist Autorin und Politologin aus Frankreich und eine schwarze Person, die in Berlin lebt. Was bei vielen Menschen ankam, sei gewesen: Es sei so heiß und wir Weißen dürften nicht ins Schwimmbad. «Das Narrativ dahinter mit einem angeblichen anti-weißen Rassismus hat funktioniert.»
Der Verein «Each One Teach One» (Eoto) setzt sich für Rassismusprävention und für das Empowerment schwarzer Menschen ein und wollte ursprünglich ein Schwimmen für schwarze Kinder und Jugendliche veranstalten. Auch an anderen Tagen ermöglicht die Volksbühne weiteren Vereinen die exklusive Nutzung des Bades für einige Stunden. Nach Drohungen und wegen damit verbundener Sicherheitsbedenken für die Besucherinnen und Besucher sagten das Theater und Eoto die geplante Veranstaltung am Freitag aber ab.