Konzentriert und interessiert hören die Schülerinnen in Berlin-Neukölln zu: Es geht um Atemschutzausrüstungen, Schläuche, den Wassertank, Schaum und Schutzkleidung für Feuerwehrleute im Einsatz. Feuerwehrmänner erklären kleinen Schülergruppen ihre Arbeit. Das Besondere dabei in diesem Fall: Die Vorführung ist Teil eines neuen Schulfachs «Retten und Schützen», das als freiwilliges sogenanntes Wahlpflichtfach besucht werden kann.
Die Alfred-Nobel-Schule im Stadtteil Britz im Südosten Berlins führte das Fach seit diesem Schuljahr für die 9. und dann auch 10. Klasse ein, in ganz Deutschland ist es ein bislang einmaliges Projekt. Entstanden ist es aus dem Projekt «Kiezgespräche», in dessen Rahmen die Feuerwehr seit 2023 näheren Kontakt zu Jugendlichen in sozialen Brennpunkten sucht - auch um den Krawallen und Angriffen in der Silvesternacht vorzubeugen.
«Ich finde es toll, wenn man Leuten helfen kann, anstatt in Panik zu geraten, wenn etwas Schlimmes passiert», sagte die zwölfjährige Schülerin Lisa My Trinh, die als Mitglied des Sanitätsdienstes der Schule an der Demonstrationsstunde teilnimmt. «Es gibt viele Situationen zum Helfen und jedes Leben ist wichtig.»