Umstritten war das kostenlose Schulessen in Berlin schon immer, im Wahlkampf bekommt die Diskussion darüber aber neue Schärfe. Vor allem die CDU heizt die Debatte auf breiter Front an und kritisiert das Angebot als Geldverschwendung. Es sei eine Frage der Fairness, staatliche Leistungen dort zu konzentrieren, wo sie tatsächlich benötigt würden, sagte CDU-Landesgeschäftsführer Dirk Reitze der «Berliner Morgenpost».
Der neue CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers war am Montag noch gar nicht gewählt, da forderte er in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» bereits, im Landeshaushalt neue Prioritäten zu setzen. «Ich halte auch nichts von Kostenlos-Politik für gut verdienende Eltern, die sich Schulmittagessen leisten können», sagte er.«Ich empfinde das als ungerecht.»
Landesgeschäftsführer Reitze bemühte die gleichen Argumente: Es sei eine Frage der Fairness, staatliche Leistungen dort zu konzentrieren, wo sie tatsächlich benötigt würden, sagte er. Familien, die finanziell leistungsfähig seien, könnten einen angemessenen Eigenbeitrag leisten. Denkbar seien bis zu zwei Euro je Mittagessen. Berlin könne damit mittelfristig rund 92 Millionen Euro jährlich einsparen - das wäre gut die Hälfte der Kosten.