Die Mitglieder der Gewerkschaft IG Metall in den deutschen Alstom-Werken haben für eine Kündigung des sogenannten Zukunftstarifvertrags gestimmt. 88,1 Prozent sprachen sich dafür aus, wie die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen am Donnerstag mitteilte. Ziel des erst im letzten Jahr abgeschlossenen Vertrags sei es, die Standorte sowie rund 9600 Arbeitsplätze in Deutschland vorerst zu sichern. Die Gewerkschaft und der Gesamtbetriebsrat werfen dem Management demnach vor, die Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen bewusst zu verschleppen.
Es sei nicht erkennbar, dass Alstom sich an die Vereinbarungen halten werde, sagte Uwe Garbe, erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen, einer Mitteilung zufolge. «Bis heute gibt es keine belastbaren Aussagen des Managements, wie die Verhandlungsergebnisse umgesetzt werden sollen. Im Gegenteil: Alstom hat weitere Entlassungen angekündigt, die auch die deutschen Standorte treffen würden.» Gewerkschaftsangaben zufolge geht es um eine Streichung von bis zu 290 Stellen. Die Standorte Görlitz und Hennigsdorf seien abermals akut bedroht. Der Vertrag gilt laut IG Metall zudem für die Betriebe Bautzen, Siegen und Kassel.