Deutschland hat 73 jahrhundertealte Urkunden an Polen zurückgegeben. Es handelt sich um wertvolle Dokumente aus der Zeit des Deutschen Ordens, die im Bestand des Geheimen Staatsarchivs waren, wie der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mitteilte. Darunter seien bedeutende Papsturkunden sowie Papiere zu diplomatischen Bemühungen und kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Deutschen Orden und Polen. Auch der Kopf einer steinernen Skulptur kehrt nach Polen zurück.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer übergab die Pergamenturkunden im Zuge der Deutsch-Polnischen Regierungskonsultationen an seine polnische Amtskollegin Marta Cienkowska. Diese Schritte seien «nicht nur symbolisch, sondern Ausdruck einer intensiven Auseinandersetzung mit der Vergangenheit», sagte Weimer laut Mitteilung. Zudem eröffneten sie ein neues Kapitel einer gemeinsamen Erinnerungskultur.
Die Dokumente aus der Zeit zwischen 1215 und 1466 wurden den Angaben nach während der Besetzung Polens durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg von deutschen Archivaren aus einem Warschauer Archiv entnommen und nach Deutschland gebracht. Über mehrere Zwischenstationen gelangen sie in den Bestand des Geheimen Staatsarchiv Preußischer
Kulturbesitz. Im Zuge der Umlagerungen sei von den ursprünglich 74 Urkunden jedoch eine verloren gegangen.