Als die Mauer 1961 gebaut wurde, war Frank Ebert noch nicht geboren. Als er in Ost-Berlin aufwuchs, teilte sie noch immer die Stadt. Schon in der Schule lehnte er sich gegen die staatliche Bevormundung auf und war später Teil der Opposition in der DDR. Beim Mauerfall war er ein junger Mann. Und heute? Heute ist Ebert der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Er will, dass nicht vergessen wird, wie es war, als die Mauer noch stand.
Ebert ist in dieser Funktion für die Beratung von Stasi-Opfern zuständig und gibt ihren Anliegen auch im Landesparlament eine Stimme. Gleichzeitig beschäftigt er sich mit der Geschichte der DDR und nicht zuletzt des Ministeriums für Staatssicherheit.
Jährlich stellt er im Abgeordnetenhaus seinen Tätigkeitsbericht vor und macht darauf aufmerksam, was aus seiner Sicht noch nicht so läuft, wie es sollte. Erst Anfang Juli kritisierte er in seinem jüngsten Bericht, dass Berliner Behörden die Anliegen politisch verfolgter DDR-Bürger zum Teil jahrelang ignorierten und Anträge auf Opferrenten unbearbeitet liegenblieben.