Für Landwirte in Deutschland ist jetzt Hochsaison auf dem Mähdrescher - doch die Getreideernte ist überschattet von Wetterextremen und gestiegenen Kosten. Schlechte Stimmung löst zudem die Debatte um einen möglichen Wegfall von Minijobs und das Ende des Tankrabatts aus.
«Gerade auch wir in der Landwirtschaft, neben der Gastronomie, sind auf Minijobber angewiesen», sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, im brandenburgischen Ransdorf südlich in Berlin. Sie helfen bei der Ernte und der Aussaat. «Für uns sind sie nicht ersetzbar und insofern bedeutet das eine weitere Belastung der Landwirtschaft, die im Moment schon ums Überleben kämpft.»
Eine Abschaffung von Minijobs mit einem Verdienst von bis zu 603 Euro im Monat gehört zu den Vorschlägen für eine Rentenreform der schwarz-roten Koalition, die eine Regierungskommission vorgelegt hatte. Änderungen sind aber noch offen.
Der Koalitionsausschuss von CDU, CSU und SPD, der am Donnerstag seine Reformpläne vorlegte, ging auf die Rentenvorschläge nicht im Detail ein - im Steuerteil der Ergebnisse heißt es aber: «Der Pauschalsteuersatz bei den sogenannten Minijobs wird von zwei auf fünf Prozent angehoben.» CSU-Chef Markus Söder merkte dazu an, wenn etwas angehoben werde, «dann schafft man es nicht einfach ab». Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte an, über den rentenpolitischen Umgang mit Beschäftigungsverhältnissen werde im Herbst entschieden.