Nachlässige Eigentümer und Anlieger, eine steigende Anzahl von Beschwerden über nicht geräumte Wege und zu wenig Personal in den Bezirksämtern: Berliner Bezirke sind mit der Überwachung der Räumpflicht überfordert. In Friedrichshain-Kreuzberg werde nie ausreichend Personal vorhanden sein, um alle Gehwege oder auch nur diejenigen, zu denen Hinweise auf unzureichenden Winterdienst eingehen, konsequent und rasch zu kontrollieren, berichtet etwa Tim Styrie von der Pressestelle im Bezirksamt.
Mehr als 460 Meldungen in Pankow
Pankow erlebt derzeit eine besonders hohe Zahl an Bürgerhinweisen. Seit dem 18. November seien insgesamt 464 Meldungen eingegangen – mehr als in den letzten beiden Wintern zusammen. Betroffen sind insbesondere Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee, berichtet Ruven Gastel, Sachbearbeiter für Beschwerde- und Anliegenmanagement.
Der Allgemeine Ordnungsdienst arbeitet im Schichtbetrieb, doch der Bezirk ist groß – und die Aufgaben vielfältig. Neben Winterdienstkontrollen überwachen die Kräfte auch Verkehrsverstöße, Hundegesetze, Grünanlagen, Lärm und illegale Müllablagerungen. «Aufgrund der Größe des Bezirks und der begrenzten personellen Kapazitäten können nicht alle Verstöße gegen die Winterdienstpflicht nach Berliner Straßenreinigungsgesetz ermittelt werden», erklärt Gastel.
Keine Angaben zur Zahl der Bußgelder
Je nach Verstoß drohen laut Gastel Verwarnungen zwischen 15 und 55 Euro oder Bußgelder bis zu 10.000 Euro. Wie viele Bußgelder bereits verhängt wurden, kann das Bezirksamt allerdings nicht sagen: «Aufgrund der stetigen Bearbeitung und der unzureichenden statistischen Auswertungsmöglichkeiten der genutzten Software sind keine verlässlichen Aussagen zu Anzahl und Höhe von Bußgeldern und Ordnungswidrigkeitenverfahren möglich», erklärt Gastel.