Nach wochenlangem Hungerstreik für eine radikale Klimawende ist einer von drei Teilnehmern nach Angaben seiner Ärztin in akuter Gesundheitsgefahr. Der Aktivist Michael Winter sei nach 22 Tagen ohne Nahrung so untergewichtig, dass eine verantwortliche medizinische Begleitung nicht mehr zu gewährleisten sei, sagte die Ärztin Susanne Koch am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Berlin. Winter sagte, er wolle seinen Hungerstreik dennoch fortsetzen.
Die Gruppe «Hungern bis ihr ehrlich seid» will auf die Gefahren des Klimawandels hinweisen und eine radikale Verringerung der Treibhausgase erreichen. Dies solle Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in einer Regierungserklärung aussprechen, fordern die Aktivisten. «Wir müssen jetzt, wenn auch mit Jahren Verspätung, radikal umsteuern», heißt es in ihrem Aufruf. Scholz ging darauf bisher nicht ein.
Der Aktivist Wolfgang Metzeler-Kick, der seit 62 Tagen keine Nahrung zu sich nimmt, ist nach Angaben der Medizinerin Koch noch in «ausreichendem Gesundheitszustand». Metzeler-Kick selbst sagte, ihm gehe es «eigentlich gut». Die Hungerstreikenden essen zwar nicht, trinken aber Gemüsesäfte und nehmen so Vitamine und sehr kleine Mengen Kohlehydrate zu sich.