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Berlin: DRK-Wärmebus so oft gerufen wie nie – 1.872 Hinweise in der Kältehilfe-Saison

Vom 1. November bis 31. März wurde die Hilfsnummer 1.872 Mal gewählt. (Archivbild) / Foto: Michael Ukas/dpa
Vom 1. November bis 31. März wurde die Hilfsnummer 1.872 Mal gewählt. (Archivbild) / Foto: Michael Ukas/dpa

Der DRK-Wärmebus in Berlin wurde 1.872 Mal gerufen – fast doppelt so oft wie zuvor. 1.992 Kontakte, 597 Menschen untergebracht, 1.115 warme Gegenstände ausgegeben.

Noch nie ist der DRK-Wärmebus in Berlin so häufig gerufen worden wie in dieser Kältehilfe-Saison. Die Nummer des Wärmebusses wurde vom 1. November bis 31. März 1.872 Mal gewählt, wie der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mitteilte. «Noch nie zuvor gingen so viele Hinweise aus der Bevölkerung ein», hieß es. Damit hat sich die Zahl der Anrufe nahezu verdoppelt - in der Saison davor waren es den Angaben nach 955 Anrufe. 

Zwischen November und Ende März ist das DRK-Team von 18.00 bis 24.00 Uhr im Stadtgebiet im Einsatz, um obdachlosen Menschen niedrigschwellige Hilfe anzubieten. In dieser Zeit gab es demnach 1.992 Kontakte zu hilfebedürftigen Menschen. 597 Menschen wurden in Notunterkünfte gebracht, darunter 185 Frauen. Zudem wurden 1.115 wärmende Kleidungsstücke, Schlafsäcke, Isomatten und weitere Gegenstände ausgegeben. 

Mehr Helferinnen und Helfer im Einsatz

Zusätzliche Unterstützung an besonders kalten Nächten gab es demnach von ehrenamtlichen Helfern aus den DRK-Bereitschaften sowie durch Kräfte, die das Anrufaufkommen sowie zusätzliche Fahrzeuge koordinierten.

«Strenge Kälte wie im zurückliegenden Winter ist für Menschen, die auf der Straße leben, lebensbedrohlich», sagte DRK-Landesgeschäftsführerin Catía Voßberg laut Mitteilung. Sie dankte allen Helfern und Spendern sowie Menschen, die den Wärmebus riefen und auf hilfebedürftige Menschen aufmerksam machten.

«Wir konnten bei weitem nicht alle Anrufe entgegennehmen.» 

Die Kältebusse der Berliner Stadtmission erhielten diesen Winter so viele Anrufe, dass teilweise die Leitung zusammenbrach, wie Pressesprecherin Barbara Breuer der Deutschen Presse-Agentur sagte. «Wir konnten bei weitem nicht alle Anrufe entgegennehmen.» 

Zwischen Oktober und März seien insgesamt 2.550 Anrufe angenommen worden. Die Teams der Kältebusse, für die 60 Ehrenamtliche und 2 Festangestellte arbeiteten, hätten rund 3.780 Menschen angetroffen, davon knapp 240 im Rollstuhl. Laut Breuer wurden 600 Schlafsäcke, 130 Decken und gut 260 Kleidungsstücke verteilt. 

Teils aggressive Anrufer

Unter den Anrufern seien viele Menschen gewesen, die helfen wollten, vorher aber nicht mit den Betroffenen gesprochen hätten - etwa darüber, ob Hilfe gewollt sei. In diesen Fällen rücke der Kältebus normalerweise nicht aus, erklärte Breuer. Zu hoch sei die Gefahr, dass die Strecke umsonst zurückgelegt werde und jemand anderes in der Zeit erfriere. Viele Anrufer hätten das nicht verstanden. Manche seien aggressiv geworden oder hätten den Mitarbeitern der Hotline gedroht, sagt Breuer. 

Laut Breuer standen diesen Winter in ganz Berlin 1.250 Notübernachtungsplätze zur Verfügung. Auch jetzt noch seien die Schlafplätze voll belegt. «Es gibt einfach zu wenige Notunterkünfte.»

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